Geschichte: Pfarrkirche zum hl. Stephan:

Vielleicht schon seit dem 11. Jahrhundert erhob sich oberhalb der alten Ansiedlung auf der höchsten, gegen das Schmidatal steil abfallenden Felsklippe ein Holzkirchlein zu Ehren des hl Stephan. Als 1176 unter Herzog Sobislav von Böhmen und dem Markgrafen von Mähren ein wilder Heerhaufen durch das Land zog, fiel dieses Bauwerk dem Wüten des Krieges zum Opfer. Aber schon nach 1200 wurde ein das Stadtbild beherrschender romanischer Steinbau neu errichtet. Von ihm sind die wuchtigen Osttürme aus ebenmäßigem Hausteinwerk erhalten. Bauherr und Baumeister sind unbekannt; durch Regensburger oder Passauer Vermittlung waren der Hirsauer Schule nahe stehender Meister nach Eggenburg gekommen.

Die Gotisierung der Kirche erfolgte in mehreren Etappen. Der gotische Chor wurde um 1340, möglicherweise als Lobpreisung und Dank für die Befreiung aus böhmischer Pfandherrschaft (1332) errichtet. Um 1410, unter Kanzler Andreas Plank, einem der prominenten Pfarrherren von Eggenburg, wurden Kirche und Pfarrhof durch eine Stadtmauer mit Eckturm (Kanzlerturm) in die Stadtbefestigung mit eingeschlossen. In spätgotischer Zeit, seit 1485, wurde die Gotisierung mit dem großräumigen Langhaus abgeschlossen, als äußere Bekrönung entstand 1520 der zierliche, später erneuerte Dachreiter auf dem steilen First. 1537 wurde der Neubau durch Bischof Heinrich von Passau feierlich geweiht. 1642 erhielt das Gotteshaus einen von Caspar Leusering mit monumentalen Holzplastiken geschmückten Hochaltar mit kunstvollen Altarbildern von Georg Bachmann. Im 18 Jahrhundert wurde das Innere spätbarock bereichert: zahlreiche kulissenhaft aufgestellte Seitenaltäre wurden durch gläubige Widmungen errichtet, die Orgel erhielt ihren prächtigen Prospekt.

Im 19 Jahrhundert wurde die Kirche weitgehend neogotisch eingerichtet, wovon heute noch der Hochaltar, die Kreuzwegstationen und die um die Jahrhundertwende entstanden Glasfenster Zeugnis geben. 1960 bis 1961 wurde eine großzügige Innenrestaurierung vorgenommen, die das ehrwürdig Alte in neuer Fassung zur Wirkung bringt.

 

 


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